16 Feb

Medienfresser / Das Leben und Sterben der Maschinen

Die Gemeinschaftsausstellung: “Medienfresser / Das Leben und Sterben der Maschinen”
von Thomas Zydek und Jens Emde zeigt Werke der beiden Künstler, die, obwohl sie sich unterschiedlichster Techniken bedienen, groß-Art-ig miteinander harmonieren.
Endzeitfantasien gepaart mit erschreckenden Gesichtern versetzen den Betrachter in eine surreale Welt aus Ängsten und Träumen.
Die Vernissage beginnt um 19 Uhr.

“Medienfresser”

Thomas Zydek zeigt eine Auswahl digitaler Collagen und Fotodrucke, kaschiert auf AluDibond.

Die tagtäglich durch die Medien verbreiteten Meldungen von Kriegen, Hungersnöten, Seuchen, Umweltzerstörung, Terrorismus, Lobbyismus, Korruption und Wirtschaftskrisen, um nur einige zu nennen, erzeugen und verbreiten Angst.
Angst, mit der sehr viele Menschen nicht umgehen können oder wollen.
Sie ziehen es vor, das Überangebot der Unterhaltungs- und Konsumindustrie zu nutzen, um sich von der täglichen Bedrohung abzulenken und ihre Angst und Unbehagen zu verdrängen.
Auf diese Weise schwimmen sie mit dem Strom, funkionieren wie Maschinen, mit der Konsequenz, dass sie mit der Zeit den Kontakt zu ihrer eigenen Gefühlswelt und somit zu sich selbst verlieren.
Es sind Medienfresser geworden.

“Auch, wenn es vielleicht nicht so aussehen mag, aber ich möchte mit meinen Bildern Niemanden erschrecken oder schockieren. Vielmehr glaube ich, dass die meisten Menschen längst schockiert sind, den Bezug zu diesem Gefühlszustand jedoch verloren haben.
Meine Arbeiten sprechen verdrängte Ängste an und sollen dazu animieren, sich bewusst mit diesen auseinander zu setzen.”

“Das Leben und Sterben der Maschinen”

Jens Emde präsentiert surreal posthumane Korrosionsträume in Öl.

Vergänglichkeit und Wiedergeburt unter
Yggdrasils rostig ächzenden Blättern.

Der letzte Wiederhall irdischer Geisterstimmen
in den endlichen Weiten eines Universums bevor
die Sprache wieder neu erfunden wird.
(Jens Emde)

Keine Angst, das Team der Galerie Display sorgt für belebende Getränke und bleibende Erinnerungen.

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Foto von C.A.Schulz

 

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Foto von C.A.Schulz

03 Feb

Süße Gespräche III

Ulli Rödder ist bildender Künstler und kommt aus dem aktiven Kunst- und Kulturbetrieb. Seit 12 Jahren berät er Kunst- und Kulturschaffende in Kommunikations- und Mediationsverfahren, PR Kontakten sowie Kunden, Institutionen und Unternehmen. Er plant und organisiert kunst- und kulturmediale Veranstaltungen für sich und andere (Photoloft, Licht/Videoinstallationsprojekte wie SummerBreeze und 3Klang).

Seine Arbeiten sind international in privaten und öffentlichen Räumen zu finden. Eine Wanderinstallation zum Thema moderne Kommunikation “SÜSSE GESPRÄCHE” ist von Luxemburg (Kommisionsgebäude) über Rotterdam (Galerie) nach Köln (Mediapark) gegangen und ist aktuell in der Galerie Display (Köln) zu sehen bis Ende Februar 2012 und geht dann in die USA San Francisco- (Galerie und Showroom) wo sie bis Ende Mai 2012 zu sehen sein wird.

Im Mittelpunkt Rödders Installation “Süße Gespräche III” befindet sich eine Telefonanlage aus den 50er Jahren. Von ihr geht ein Gewirr an Kabeln aus zu einer Vielzahl an Endgeräten. Trotz geordnetem Chaos bleibt die Technik durchschaubar. Jeder ausgehenden Leitung ist ein Empfangsgerät zugeordnet. Mit der Wählscheibe können die Empfangsgeräte miteinander Kontakt aufnehmen. Die Zentrale sorgt für die Verbindung der einzelnen Endgeräte untereinander mittels einer Tastatur. Numerisch sind die Endgeräte der Tastatur zugeordnet; der Verbindungsstatus wird per Lichtsignal angezeigt. Einzig irritierend sind die über die Zuleitungen geworfenen Magnetbänder, die sich als der bildhafter Verweis auf “hier werden Daten ausgetauscht und möglicherweise gespeichert” entpuppen.
Verwirrt ist man, wenn man versucht mit einem Anschluss Kontakt aufzunehmen. Die gewünschte Verbindung kommt nicht zustande. Stattdessen wird man mit einem anderen Gerät verbunden – Falsch Verbunden. Beim nächsten Versuch desgleichen, immerzu.
Spielerisch überträgt Ulli Rödder die Mitbestimmung von außen auf heutige Telekommunikation in sein Kunstwerk.
Durch den Charme der verwendeten antiquierten Telefonapparate wird der Anwender über die tatsächlich im Hintergrund laufenden Vorgänge getäuscht. Die Installation kann als das Ebenbild zu technischen und vieles versprechenden Spielereien heutiger digitaler Endgeräte verstanden werden.
Dieser gekonnte Rückblick Rödders auf die Technik der 50er Jahre, als Telekommunikation noch nachvollziehbar schien, verdeutlicht die Abhängigkeit des Menschen gegenüber einer Technik, bei der der ürsprüngliche Sinn und Zweck scheinbar missverstanden wird. Verläßt man heutzutage das Haus ohne Mobiltelefon, fühlt es sich fast an, als hätte man im tiefsten Winter vergessen seine Schuhe anzuziehen.
Ebenso abstrus, dass manch eine SMS zu Kopfschmerzen und sogar zur Beendigung einer Beziehung führen kann, die dann selbstverständlich auch per ” handy” verkündet wird.

(Christoph Schulz)

“Längst ist es mehr Last als Lust: Unsere digitale Welt macht uns überall erreichbar und sichtbar.Doch wer denkt schon daran, was für einen Datenschweif wir mit unserer täglichen Kommunikation hinter uns herziehen – jederzeit von jedermann einsehbar, zu speichern und zu missbrauchen.
Nicht nur öffentliche Stellen, nein, ein ganzer Markt ist dazu entstanden, uns immer gläserner zu machen. Ganze Berufsgruppen arbeiten daran, uns für ihre Zwecke zu nutzen, uns und durch uns erstellte Profildaten auszunutzen und zu Markte zu schleppen.
Meine Installationen sollen anregen über unser Kommunikationsverhalten nachzudenken, unsere Fernkommunikation bewußter zu nutzen, wenn möglich, sie auf das mindestmögliche Maß zu beschränken.”

(Ulli Rödder)
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Panorama 3

Fotos von Ingo Botho Reize

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