28 Nov

Sylvia Dölz & Volker Rauh/ Altäre der Erotik / 30.11–13.12 2013

In der Gemeinschaftsausstellung von Sylvia Dölz und Volker Rauh widmen sich zwei Künstler mit unvergleichbaren Arbeitstechniken und aneckenden Stilen dem Thema “Altäre der Erotik”.

Als studierte Künstlerin, Physikerin und Mathematikerin trifft die praktizierende Hochschuldozentin Sylvia Dölz auf das geschulte Handwerk des Grafikers und leidenschaftlichen Malers Volker Rauh. Beide blicken zurück auf eine beachtliche Sammlung von absolvierten Ausstellungen: Dölz präsentierte ihre Arbeiten bereits in diversen Galerien in der Schweiz, Deutschland und in Marokko. Rauh zählt unter anderem Gera, Berlin, Wuppertal, Bergisch Gladbach, Heinsberg und Köln zu seinen Ausstellungsstätten.

In ihrem vielseitigen Schaffen widmet sich Dölz Collagearbeiten, Bildhauerei und Acrylmalerei. Dem Display schenkt sie in dieser Ausstellung abstrahierte, verfremdete Papiercollagen provozierenden Ausdrucks. Interaktiv lädt sie die Besucher ein,  sich mit Lupen von der filigranen, malerischen Klebetechnik zu überzeugen, die durch ihre Perfektion besticht. Daneben präsentiert Dölz Mixed Media Objektkästen mit eindeutig arrangierten und themenbezeichnenden  Artefakten und Versatzstücken: ihren “Altären der Erotik”.

Im Kontrast steht die Kunst von Volker Rauh. Rauh lebt Abstraktion in Perfektion. Seine expressiven Werke wirken dramatisch und explosiv. Nach seiner grafischen Ausbildung hatte er sich zuerst dem Surrealismus verschrieben. Heute zaubert er Farbexplosionen in Öl und Acryl und entführt in eine Welt des kreativen Wahnsinns. Im Vergleich zu den Arbeiten von Sylvia Dölz wirken seine Werke grenzenlos, experimentell und unergründlich. Doch kontrovers behält die Wildnis seiner “gesteuerten Zufälle” eines: colorale und grafische Harmonie.

Wir freuen uns auf eine verführerische Ausstellung und laden herzlich ein zur Vernissage am 30.11.um 19 Uhr.

Grafik:Timo Schlegel

Grafik:Timo Schlegel

09 Nov

Jacob Zöllner / Farbige Transparenz / 16.11. – 28.11.2013

Der Kunst des akademischen Bildhauers Jacob Zöllner geht eine lange tragische Geschichte voraus. Als Geburtskind der ehemaligen DDR war ihm ein Kunststudium verweigert. Ein gescheiteter Fluchtversuch brachte ihn für einige Jahre in das Zuchthauses Brandenburg. In der vollkommenen Isolation einer Arrestzelle waren es ein Stück Seife und eine Zahnpastatube, die ihm erlaubten seine Leidenschaft für die Kunst weiterzuleben.

“Ich fing einfach an, mit der Zahnpastatube an der Seife herumzukratzen.” Aus diesem Versuch entstanden Seifenporträts von Inhaftierten und Zöllners Affinität für die Bildhauerei, bevorzugt in kleinem Format. Vor der Inhaftierung war es hauptsächlich das Zeichnen, mit dem Anspruch an anatomische Genauigkeit und die kraftvolle Lebendigkeit seines Vorbildes Michelangelo.

Nach seinen Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland, war es ihm endlich vergönnt 1981-1988 an der  Hochschule der Künste in Berlin (West) sein Kunststudium zu absolvieren. Er studierte bei Prof. David Evison und Prof. Karlheinz Biederbick, bei dem er 1988 zum Meisterschüler ernannt wurde. Schon als Student hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Pohlmann in Berlin.

Von 1985 bis 2013 nahm er an zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerben teil, u.a. im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und im Henry-Ford-Museum in Dearborn, USA. 1993 wurde ihm der Thomas-Dachser-Gedenkpreis verliehen. 2008 präsentierte das Archäologische Museum der Martin-Luther-Universität in Halle Zöllners Arbeiten im Rahmen der “Nacht der Wissenschaften” in einer Einzelausstellung. Sie zeigt, wie stark sich der Künstler der Klarheit und Schönheit des antiken Menschenbildes verpflichtet fühlt und ließ seine Skulpturen auf anregende weise mit denen der Antike korrespondieren.

Seinen traditionellen Ansatz, zu dem Meister der Renaissance, des antiken Griechenlands, Ägyptens und die intensive Präsenz römischer Portraitkunst gehören, transportiert er bewusst in die heutige Zeit. Dabei bringt er Materialien wie eingefärbtes Polyesterharz und farbig-transparentes Plexiglas, aber auch Holz, Ton, Bronze und Blattgold zum Einsatz. Die Seife hat er dabei auch nicht vergessen. Deshalb ist in der Ausstellung ein in der Haft entstandenes und von ihm herausgeschmuggeltes Portrait zu sehen.

Grafik: Timo Schlegel

Grafik: Timo Schlegel

Ballspieler, Plexiglasplatten zum Block verklebt und gefeilt

Ballspieler, Plexiglasplatten zum Block verklebt und gefeilt

Bodybuilder - Büste, Bronze

Bodybuilder – Büste, Bronze

Bodybuilder, Plexiglas, verklebt und gefeilt

Bodybuilder, Plexiglas, verklebt und gefeilt

Natalie, Epoxidharz

Natalie, Epoxidharz

Paulus Birker, Ton, teilglasiert

Paulus Birker, Ton, teilglasiert

Paulus Birker, Ton, teilglasiert

Turner an Ringen, Plexiglas

Sitzender, Plexiglas

Sitzender, Plexiglas

Der Eintakter, Seife

Der Eintakter, Seife

 

 

 

 

 

 

 

 

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