19 Dez

Marcel Terrrani // Einstiegsdrogen // 20.12.2014 – 14.01.2015

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Künstler:     Marcel Terrani

Vernissage:     20.12.2014 um 19:00 Uhr

Dauer:     20.12.2014 – 14.01.2015

Eine Ausstellung signierter kleinformatiger Editionen und Originale.

In der Ausstellung Einstiegsdrogen zeigt Marcel Terrani vorrangig Miniaturen, die überraschend, facettenreich, grotesk und assoziationsreich daherkommen. Voller Gedankenfülle im kleinen Format. Der aus der medialen Welt stammende ehemalige Artdirector bei Disney, USA und bekannte Kölner Künstler Marcel Terrani hat ähnlich wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein seinen Weg über die Medien in die bildende Kunst gefunden. Souverän spielt er mit dem wichtigsten Sujet der Pop Art, dem Trivialen. Gekonnt kombiniert er in seinen Assemblagen banale Alltagsgegenstände mit verschämt Vulgärem und verwirrt so die Phantasie des Betrachters. Sei es durch ein von regelmäßig angeordneten Filzstoppern bedecktes Blatt eines alten billigen Pornoheftes oder mittels einer durch Batman-Maske verfremdeten Figur der übermalten Postkarte. Filz, der Lärm dämmt und Wärme hält, bedeckt in ordentlicher Saubermann-Manier eine kalte, in die Schmuddelecke gestellte Pornowelt. Aus alten Postkarten werden bekannte Milieus aus dem grau übermalten Hintergrund gelöst, dechiffriert und neu kodiert. Mit Witz und ohne Scham werden hier die Bildkategorien einer scheinbar sauberen, ordentlichen Gedankenwelt, wie sie nach dem zweiten Weltkrieg gerne suggeriert wurde, in einem neuen Kontext karikiert und zugleich neue ästhetische Reize gesetzt.

Von Supermann bis zur filigranen Tuschezeichnung auf Bütten, Marcel Terrani zeigt in dieser kleinen feinen Ausstellung eine breite Spannbreite seines Talents. Ob kleines Original oder signierte Collage aus kleinen Editionen, diese Arbeiten sind eine ideale Einstiegsdroge für den zukünftigen Kunstsammler.

Wer zudem seine großformatigen Arbeiten kennt, ahnt bereits: gesellschaftskritisch, humorvoll, gestalterisch gekonnt und mit sicherer Linienführung in der Zeichnung, Marcel Terrani wird jeder Anzug zu klein werden, in den man ihn gerade gesteckt hat.

Text: Martina Schleppinghoff

05 Dez

Reinhold Adscheid // Elmar Diks // Flaca // PIXELLIEBE // 06. – 19.12.2014

Pixelliebe

 

Künstler: Reinhold Adscheid, Elmar Diks, Flaca

Vernissage:     06.12.2014 um 19:00 Uhr

Dauer:     06.12. – 19.12.2014

 

Die Galerie Display präsentiert in ihrer Ausstellung Pixelliebe Arbeiten von Flaca, Elmar Diks und Reinhold Adscheid.

Was ist ein Pixel? „Pixel“ ist ein Kunstwort aus den Abkürzungen der englischen Wörter ,pictures‘ („pix“) und element‘. Es ist so etwas wie das kleinste Element eines Bildes. Ein winziger Punkt, ein klitzekleiner Farbfleck, das ähnlich einem Atom in immer kleinere Teile, Subpixels zerlegt werden kann. Die Liebe zum Pixel ist immer auch die Liebe zum kleinsten Detail der digitales Auflösung. Der Drang, das was sich dem Fassungsvermögens des menschlichen Auges im alltäglichen Sehen entzieht, sichtbar werden zu lassen. Der Forschertrieb, in scheinbar unsichtbare Welten vorzudringen und aus dem kleinsten Punkt wunderbare neue Bilder hervorzuzaubern.

Wie breit der Bogen dieser Pixelliebe von den grellen Bildern Flacas über die „Mirration Aufnahmen“ Reinhold Adscheids bis zu den abstrahiert unwirklich wirkenden Arbeiten Elmar Diks gespannt werden kann, zeigt diese Ausstellung.

Flaca mit bürgerlichem Namen Mercedes Alejandra Goudet Astudilo, geboren in Caracas Venezuela. Einer brodelnden Mega-City in der die katholische Kirche eine Monopolstellung einnimmt, die über die höchste Mordrate der Welt verfügt und in der bittere Armutsviertel liegen. Diese brisante Mischung findet sich in Flacas Arbeiten in einer barock anmutenden, digitalen Inszenierung wieder. Auf plakative Weise werden Sex und Gewalt konstruiert. Schlagwörter wie Fuck you, Rebellion, fette, rote, lasziv verzogene Lippen vor provozierenden Frauenposen … eine Inszenierung, die sich auf radikale Weise mit der sexuellen Emanzipation der Frau vor katholisch geprägtem Hintergrund beschäftigt. Flaca verweist auf die Notwendigkeit der Toleranz, der radikalen Freiheit über den eigenen Körper zu verfügen. Voller Widersprüche zeigen sich wild wuchernde Blüten, Kolibris, Engelflügel, fast klischeehafte Liebes- und Friedenssymbole allegorisch neben Totenschädeln, Waffen und rebellierenden Persönlichkeiten des 20 Jahrhunderts. Flaca, selbst eine Rebellin, die sich im schmerzlichen Kampf zeigt. Mysteriös, wild, vital, lustvoll, sexistisch, zärtlich, schön sprengt Flaca die Fesseln der eigenen Geschichte.

Reinhold Adscheid, geb. 1959 in Köln, Astrophysiker und Software-Ingenieur zeigt Arbeiten aus seiner Serie Mirration. Mirration: ein Kunstwort aus zwei englischen Begriffen: Mirror und Station. Mittels einer sehr aufwendigen speziellen Technik gelingt es ihm, einen bestimmten Zeit- und Blickpunkt, durch ständige Wiederholungen und kleinste Verschiebungen, zu einem impressionistisch wirkenden Bild werden zu lassen. Die Glaskuppel des Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen reflektiert durch seine ausgefallene Form eine Lichtquelle an verschiedene Stellen. Und eine kleinste Änderung der eigenen Position verändert wiederum die Reflexion der Glaskuppel. Allein dadurch entstehen plötzlich dreidimensionale Effekte an einer einfachen gewölbten Decke, die sich plötzlich entmaterialisiert. Ein Glasdach schwingt sich auf gleich Adlerflügeln, die ihre reichste Licht- und Farbpalette entfaltet. Licht und architektonischer Raum werden atmosphärisch so dicht eingefangen, dass der Betrachter unmittelbar eingeladen wird einzutauchen in eine impressionistische Welt. Eine gewaltige Architektur dekonstruiert sich in kleinste wundersame Farbpartikel, pixelt sich kaum erkennbar noch bis auf den eigenen Grund.

Elmar Diks, geb. 1959 in Bonn, durchlief eine dreijährige gestalterische Ausbildung zum technichal Assistent of Art Design am heutigen Berufskolleg Rheinbach und studierte Betriebswirtschaft an der FH Köln. Doch die zeitgenössische Kunst blieb immer seine Leidenschaft! Seit mehreren Jahren widmet er sich intensiv dem Bereich „Digitally Reworked PhotoArt“, dessen Ergebnisse in den letzten Jahren in mehreren Ausstellungen in NRW bereits zu sehen waren. Dabei bewegt er sich im Raum zwischen zeitgenössischer Fotografie und Malerei.
Diks bearbeitet bzw. verfremdet seine Fotografien und durch Scan-Vorgänge digitalisierten Papier-Collagen und Zeichnungen, am Computer. Diese Nachbearbeitung geschieht je nach Motiv und Bildinhalt in stärkeren und schwächeren Abstufungen, wobei er immer auf der Suche nach einer eigenständigen Bildsprache ist. Die Intention seiner gestalterischen Arbeit ist die kurzweilige Überführung des Betrachters in eine Zwischenwelt, die sich irgendwo zwischen digitalem und analogem Raum befindet.
Elmar Diks bedient sich unterschiedlichster Sujets. Porträt– bis hin zur Landschaftsdarstellungen werden digital interpretiert. Auch gibt es rein experimentelle gegenstandslose Auseinandersetzungen. Für Diks ist die digitale Transformation das entscheidende Motiv und eigentliches Bildthema. Die Konzentration liegt auf der digitalen Inszenierung diversester Bildgegenstände.
In der Ausstellung “Pixelliebe” zeigt er Arbeiten aus den Bereichen Landscape, Asphalt und Experimentell.

Text: Martina Schleppinghoff / Jonas

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