26 Jun

Jaya Suberg // Hinter deiner Haut // 27.06. – 10.07.2015

Hinter deiner Haut

Künstler:     Jaya Suberg

Vernissage:     27.06.2015 um 19:00 Uhr

Dauer:     27.06. – 10.07.2015

Jaya Suberg ist – Hinter deiner Haut

<< Hinter deiner Haut
erkenn ich dich
und ich sehe:
die Sonne in deinem Herzen
ist dein Schmerz
von gestern,
von vorgestern und
von vor allen Tagen. >>

… sowie die Lust sich an etwas Vergessenes zu erinnern, die Flüchtigkeit eines Momentes, vielmehr das Bewusstsein hierüber …
– Da verschwimmen die Konturen, hinterlassen ein flirrendes Rauschen.
Der dezimierte Farbraum bündelt sich in mächtigem Grau. –
Jaya Suberg führt in eine Welt wo Farbflecke und Flächen zu Körpern werden, hervortreten und gleichzeitig mit dem Hintergrund transzendieren.
Die Dargestellten wenden ihre Blicke ab, scheinen abwesend in ihrer Präsenz, in sich gekehrt, scheinen sich auf sich selbst zu besinnen, reduzieren sich auf eine Metaebene.
Sinn oder Sinnlichkeit. Hingabe, Einkehr und Reflexion… Sind wir doch die Summe all unserer Enttäuschungen, die uns desillusionieren und befreien…

Sie zeigt in ihren Mixed Media Arbeiten die Schönheit der Verwundbarkeit, die Zugkraft von innen nach außen und die Ambivalenz in einer Überlagerung im stillstehenden Moment.
… die Spannung eines geduldeten Schmerzes, der etwas zerschlägt, um daraus neue Formen zu erschaffen? Formen, in denen sich gestern und morgen in einem Seelenraum, einem Gefühlsäther, einem Möglichkeitsraum … der Leinwand, mischen können.
<Hingabe als/wird zu/zur Aufgabe …
Aufgabe wird Abwägen/Ergebenheit wird Demut … das Rückrad tritt hervor, die Statik wird sichtbar und gekonnt komponiert.
Und am Ende fließt sie doch… wieder leicht mit zart, verruchter Erhabenheit oder einer kleinen Ironie.

Sehnsüchte wabern wie Rauchschwaden über die dargestellten Charaktere und verursachen eine unbestimmte Tiefe, die dem Rezipienten weniger auf intellektueller als vielmehr auf seiner eigenen emotionalen Ebene begegnet, ihn geradezu auffordert hineinzuschauen, … <in den grauen Topf aus Gold am Ende des Regenbogens –> Seele, dem Manche (versuchen) mit Formeln, Maßen und Definitionen +/- einen Rahmen (zu) geben.
Jaya Suberg gibt ihm stattdessen Raum, sich in ihren Bildern für jeden Betrachter frei, individuell und offen genug zu zeigen, dass jeder seine ganz persönlichen Narben von Erwartung und Enttäuschung darin finden kann.

Text: Corinna König

Grafik: Timo Schlegel

12 Jun

Elmar Diks // Landscape // 13.06. -26.06.2015

Landscape

 

Künstler:     Elmar Diks

Vernissage:     13.06.2015 um 19:00 Uhr

Dauer:     13.06. – 26.06.2015

 

An der Decke einer sich flutenden Höhle, an der Wasserkante, auf einem Parkplatz im Riss im Asphalt, den eine Wurzel aufgesprengt hat, im Dickicht eines Waldes, im Gewimmel von Wolken und Blättern findet Elmar Diks Kamera die Strukturen und stellt sie in einer fragenden Bereitschaft bloß… erstarrt in einem Moment der Verwunderung. Die Motive vollziehen eine digitale Transformation mit Hilfe verschiedener Fotobearbeitungsprogramme, werden verfremdet, collagiert, reduziert oder bis zur Unkenntlichkeit überlagert.

„Landscape“ öffnet den Horizont weit oder legt auch schon mal erst gar keinen fest.
Ein seltsames Leuchten durchdringt diese Ansichten.
Die ständige Wiedererkennbarkeit der natürlichen Strukturen erzeugt ein vertrautes Gefühl, dass den Betrachter gerne den Weg in die Konfrontation mit der Abstraktion gehen lässt,… wenn sich die Kontraste bis zum Zerreißen auseinanderziehen, die Farben umkehren, wenn sich dann die Ebenen überschneiden und plötzlich der Wasserfall in einen hinein starrt, gefroren in einer auffordernden Pose…. <Man steigt nicht zweimal in den selben Fluss…

An anderer Stelle wird man mit einer voll abstrakten Überlagerung‚ Bedrohung / “Threat” konfrontiert, die den Betrachter Monets Alptraum eines Seerosenteichs auf synthetische Art nachfühlen lassen kann … mit einem bedrohlichen Neonlicht unter der Wasseroberfläche.
Oder eine mysteriöse Reflektion einer scheinbar sonnenbeschienenen, maigrünen Lichtung oder Waldwiese / “Soul Glade” verführt facettenreich dazu, eine bestimmte Form oder Sichtweise aufzulösen.

Es scheint als decke Elmar Diks, eine spezielle Schicht hinter den Motiven auf, die fast kristallin wirkt, als fühle er einem perfekten Zauber im nicht personalisierten, optischen Zwischenraum auf den Zahn.
Da werden aus Menschen Silhouetten, aus Schatten Lichtgestalten, aus Seen werden Spiegel, aus ein paar Zweigen wird Eden.

Tragen Sie eine Sonnenbrille bei Nacht im Universum oder drücken auf die Pausetaste … Sehen Sie das verwunschene, versteckte Geheimnis in der alltäglichen Umgebung? … schauen sie hin. Elmar Diks hat die Tür einen Spalt geöffnet…. die Galerie Display weit.

Text: Corinna König

Grafik: Timo Schlegel

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