31 Jul

Cami Chepetan // Transient silence // 01.08. – 14.08.2015

transient silence

 

 

Künstler:     Cami Chepetan

Vernissage:     01.08.2015 um 19:00 Uhr

Dauer:     01.08. – 14.08.2015

Vorübergehende Stille – „der Titel lässt schon ahnen, worum es hier geht: „transient“ in seinem ursprünglichen Sinne (vom lateinischen transire = durchqueren, durchziehen), aber auch im Sinne von vergänglich, passager, vorübergehend; „silence“ – Stille, Schweigen, Lautlosigkeit. Die Intention der Künstlerin ist, uns mit dieser Bilderauswahl auf eine leise, meditative, transversale Raumzeit-Reise mitzunehmen, deren verschwiegene Zeugin und zugleich Protagonistin sie ist“, sagt Dr. Bernd Kowald über die Ausstellung von Cami Chepetan.

Und so sieht man Doppelungen, Schatten (und deren Schatten), vereinzelte Paare von Öffnungen, Stämmen, Durchgängen, Blüten, Fluchten, Positionen, zwischen denen irgendetwas steht, be-steht, läuft, sie trennt … Eine scheinbare Verbrüderung der einzelnen Elemente, die sich gegenseitig nicht sehen, deren Einsamkeit und Bedrängnis sie in trostloser, zufälliger Ähnlichkeit nebeneinanderstellt.

Der Zwischenraum, der sich einem hier zeigt, riecht wie ein Pessimist. So entfaltet sich in den Bildern eine abgeklärte Flüchtigkeit, vielleicht ein „Zauber des seitlich dran Vorbeigehens“ (Max Goldt).

Cami Chepetan schafft es in ihrer Fotografie, die ersten Blüten im Frühjahr wie eine kleine Drohung/ Warnung aussehen zu lassen, die rosa-zarten Knospen scheinen, vordergründig verschattet, nur auf ihren baldigen Frosttod zu warten, gleichzeitig in stillem Bewusstsein, dass Neues aus Altem hervorgeht, Schönheit aus Finsternis, Erhabenes im Verborgenen entsteht und beides im Kunstwerk – wie im Leben – vereint sind. Das Geheimnis schützt sich selbst, wie eine fahrende Festung, neben der die Natur bloß ein vorbeirauschender Schleier ist, öde, eintönig, in einer Art solidarischer Symbiose die innere Hoffnungslosigkeit unterstreichend.

Wie unterschiedlich doch die Geschwindigkeiten sein können, zwischen Fallen und Schweben.

Eine Schaumkante erinnert an ein utopisches Wesen oder an einen Mikroorganismus, als Beginn jeglichen Lebens – und Startpunkt der Ausstellung. Die Bilder folgen einem unsichtbaren roten Faden, es gibt einen Anfang und ein Ende, dazwischen Erinnerungen, Reflexionen über Leben, Natur, Zeit, Vergänglichkeit, Tod. Am Ende offenbart sich das Ziel dieser (inneren) Reise: eine kontemplative, absolute, überlegene STILLE – als höchste Form der Weisheit und der Versöhnung mit sich und der Natur. Ein Zyklus schließt sich, bevor die nächste Reise beginnt …

Alles in allem bewegt sich Cami Chepetan elegant zwischen der Konzept- und der subjektiven, experimentellen Fotografie. Sie visualisiert den inneren Konflikt und seine interaktiven Implikationen mit der umgebenden Natur, Isolation, (innere) Leere, Vanitas.

Die Galerie Display lädt zum „Durchreisen“ und Verweilen in „flüchtiger“ Stille ein.

Text:Corinna König  Grafik:Timo Schlegel

10 Jul

Nima Siesenop // Seema // 11.07. – 30.07.2015

Seema

Künster:     Nirma Siesenop

Vernissage:     11.07.2015 um 19:00 Uhr

Dauer:     11.07. – 30.07.2015
„Ich öffne mit jedem Bild die Schubladen der Vergangenheit“
Im Jahr 1991 kam Nirma Siesenop aus ihrer Heimat Sri Lanka nach Deutschland. Die Erlebnisse der Vergangenheit – aus ihrer Kindheit in Sri Lanka und ihrem Leben in Europa – setzt sie mit unterschiedlichen künstlerischen Stilmitteln und Techniken um. „Ich öffne mit jedem Bild die Schubladen der Vergangenheit“, sagt Nirma Siesenop.
Farben als werkprägende Mittel spielen dabei eine zentrale Rolle ihrer Kunst. Nirma Siesenop schichtet sie in vielfachen Ebenen auf die Leinwand.
„Meine Kunst bedeutet für mich Erinnerungen in Farbe. Zudem ist es die schönste Art, meine Gedanken und Gefühle auszudrücken“.
Nirma Siesenop arbeitet im Spannungsfeld zwischen gegenständlicher und abstrakter Darstellung. Ihr Werk umfasst sowohl großflächige Farbkompositionen als auch Collagen, sowie von der traditionellen Kunst Sri Lankas inspirierte Bilder. Zentrales Leitbild ist die Auseinandersetzung mit dem Thema „Heimat und Fremde“. Ihre Arbeiten haben stark autobiographische Züge. Sei es in der Reihe Bakka, die die sri-lankische Maskenkunst thematisch aufnimmt und zur Identitätsfrage im europäischen Kulturraum transformiert, oder aber in den großformatigen Farbflächen, die den Titel „Grenzen“ tragen.
Erinnerungen aus der Vergangenheit verarbeitet Siesenop in der kleinformatigen Serie „Sannali“, die an die Kindheit in der Schneiderstube ihrer Mutter in Sri Lanka erinnert.
Text: Volker Borrass
Grafik: Timo Schlegel

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