21 Jan

Finissage – TheaterTheater

 

Vernissage:     21.01.2017 um 19:00 Uhr

Dauer:     21.01.2017 bis 03.02.2017

Finissage:     03.02.2017 um 19:00 Uhr

TheaterTheater

Nach einigen Jahren Arbeit mit fotografischen Vielfachbelichtungen von Natur- und Architektur-Objekten wendet Reinhold Adscheid nun seine Technik auch auf menschliche Formen an. Nach ersten Vorstößen in den letzten Jahren begann er mit “Selfie/19” (2015) und “Springvieh/12” (2016) sich intensiver damit auseinanderzusetzen.

http://www.Reinhold-Adscheid.de

Wir können hier sehr gut die Weiterentwicklung eines Künstlers verfolgen. Ihm sind die architektonischen Motive weiterhin eine Herzensangelegenheit, wie “Blue Eye/19” oder “List West/9” im Rahmen dieser Ausstellung zeigen. Hier sehen wir, wie wir es von ihm gewohnt sind, das gekonnte Ergebnis seiner Frage, seiner Einstellung zur Welt: Wieviel Realität ist eigentlich in unserer Wahrnehmung? Diese Untersuchungen von Reinhold Adscheid liegen damit auf gleicher Linie mit Gerhard Richters Arbeit, der ja SEIN Verhältnis zur Wirklichkeit untersucht. Reinhold Adscheid geht da noch etwas weiter und fragt allgemeiner. Wieviel Realität ist eigentlich in unserer Wahrnehmung? Mit seiner von ihm über Jahre entwickelten besonderen Technik der Mehrfachbelichtungen versucht er herauszufinden, ob unsere Konzepte von der Umwelt, von den Gegenständen, wirklich unabhängig vom Betrachter sind. Hier sind “List West/9” und ganz besonders “Blue Eye/19” sehr gute Beispiele für die Verschiebung der Wahrnehmung. Reinhold Adscheids Bild der Welt zeigt sich hier deutlich: Leuchttürme funktionieren nur, wenn sie von überall gesehen werden können, aber umgekehrt wird bei ihm ein Schuh daraus: Die Welt aus Sicht des Leuchtturms zeigt sich in seiner, des Leuchtturms, zeitlosen Wahrnehmung. Komplett anders ist “unsere” Welt plötzlich. Kreuzfahrtschiffe wandern durch den Bildraum, nicht nur wandern sie von der einen auf die andere Seite, sondern auch von oben nach unten. Haltlos würden wir taumeln, wäre da nicht der zentrale Leuchtturm, der in unserer Welt nicht das Zentrum darstellt, sondern meistens am “Rand” der Welt, nahe am Wasser steht.

“Blue Eye/19” ist noch extremer: In “Wahrheit” ist es ein Gebäude aus der Feder des valencianischen Weltstararchitekten Santiago Calatrava, ein kleiner Teil der “Stadt der Künste und der Wissenschaften”. Von ihm als Kino entworfen, mit dem Ansinnen, ein menschliches Auge nachzuahmen. Im Original immer noch ein Gebäude, wandelt es sich bei Reinhold Adscheid in genau das: ein Auge. Der Eindruck ist so stark, dass man kaum das eigentliche Gebäude in dieser Arbeit wahrnehmen will; stets wandert unser Konzept eines menschlichen Auges so sehr in den Vordergrund, dass wir eigentlich das Original überhaupt nicht mehr “sehen” wollen.

Diese Spur der Entwicklung des Künstlers Reinhold Adscheid manifestiert sich nun ganz stark in seinen Arbeiten dieser Ausstellung TheaterTheater: vermeintlich wandert er aus der Natur ins Fotostudio, also weg vom “wahren” Leben in die konstruierte “Natur” einer künstlichen Welt. Hier fotografiert er Wesen, künstliche Wesen, die wir nur zu gerne als “Lebe”-wesen sehen wollen. Wir haben hier also den komplett gleichen Weg: Unsere Wahrnehmung macht aus einem Kino ein Auge, aus einer Schaufensterpuppe ein Lebewesen. Zu gerne wollen wir diesen Gestalten ins Gesicht schauen, aber genau da versagt uns Reinhold Adscheid den Zugang. Plötzlich sehen wir eine Vielzahl von Augen, Nasen, Mündern, die Gestalten scheinen sich unserem Zugriff zu entziehen, winden sich, verschleiern sich.

Reinhold Adscheid zeigte uns bisher unbelebte “belebte Welt”, während dieser Ausstellung im unteren Teil der Galerie gezeigt, also seine Basis, seine Herkunft; und nun plötzlich belebte “unbelebte Welt” im oberen Teil der Galerie, im Showroom. Welche der beiden Welten Reinhold Adscheids ist nun die “wahre” Welt? Oder ist beides nur “Theater” der “Echten Welt”?

 

 

 

20 Jan

Vernissage – TheaterTheater

 

Vernissage:     21.01.2017 um 19:00 Uhr

Dauer:     21.01.2017 bis 03.02.2017

Finissage:     03.02.2017 um 19:00 Uhr

TheaterTheater

 

Nach einigen Jahren Arbeit mit fotografischen Vielfachbelichtungen von Natur- und Architektur-Objekten wendet Reinhold Adscheid nun seine Technik auch auf menschliche Formen an. Nach ersten Vorstößen in den letzten Jahren begann er mit “Selfie/19” (2015) und “Springvieh/12” (2016) sich intensiver damit auseinanderzusetzen.

http://www.Reinhold-Adscheid.de

Wir können hier sehr gut die Weiterentwicklung eines Künstlers verfolgen. Ihm sind die architektonischen Motive weiterhin eine Herzensangelegenheit, wie “Blue Eye/19” oder “List West/9” im Rahmen dieser Ausstellung zeigen. Hier sehen wir, wie wir es von ihm gewohnt sind, das gekonnte Ergebnis seiner Frage, seiner Einstellung zur Welt: Wieviel Realität ist eigentlich in unserer Wahrnehmung? Diese Untersuchungen von Reinhold Adscheid liegen damit auf gleicher Linie mit Gerhard Richters Arbeit, der ja SEIN Verhältnis zur Wirklichkeit untersucht. Reinhold Adscheid geht da noch etwas weiter und fragt allgemeiner. Wieviel Realität ist eigentlich in unserer Wahrnehmung? Mit seiner von ihm über Jahre entwickelten besonderen Technik der Mehrfachbelichtungen versucht er herauszufinden, ob unsere Konzepte von der Umwelt, von den Gegenständen, wirklich unabhängig vom Betrachter sind. Hier sind “List West/9” und ganz besonders “Blue Eye/19” sehr gute Beispiele für die Verschiebung der Wahrnehmung. Reinhold Adscheids Bild der Welt zeigt sich hier deutlich: Leuchttürme funktionieren nur, wenn sie von überall gesehen werden können, aber umgekehrt wird bei ihm ein Schuh daraus: Die Welt aus Sicht des Leuchtturms zeigt sich in seiner, des Leuchtturms, zeitlosen Wahrnehmung. Komplett anders ist “unsere” Welt plötzlich. Kreuzfahrtschiffe wandern durch den Bildraum, nicht nur wandern sie von der einen auf die andere Seite, sondern auch von oben nach unten. Haltlos würden wir taumeln, wäre da nicht der zentrale Leuchtturm, der in unserer Welt nicht das Zentrum darstellt, sondern meistens am “Rand” der Welt, nahe am Wasser steht.

“Blue Eye/19” ist noch extremer: In “Wahrheit” ist es ein Gebäude aus der Feder des valencianischen Weltstararchitekten Santiago Calatrava, ein kleiner Teil der “Stadt der Künste und der Wissenschaften”. Von ihm als Kino entworfen, mit dem Ansinnen, ein menschliches Auge nachzuahmen. Im Original immer noch ein Gebäude, wandelt es sich bei Reinhold Adscheid in genau das: ein Auge. Der Eindruck ist so stark, dass man kaum das eigentliche Gebäude in dieser Arbeit wahrnehmen will; stets wandert unser Konzept eines menschlichen Auges so sehr in den Vordergrund, dass wir eigentlich das Original überhaupt nicht mehr “sehen” wollen.

Diese Spur der Entwicklung des Künstlers Reinhold Adscheid manifestiert sich nun ganz stark in seinen Arbeiten dieser Ausstellung TheaterTheater: vermeintlich wandert er aus der Natur ins Fotostudio, also weg vom “wahren” Leben in die konstruierte “Natur” einer künstlichen Welt. Hier fotografiert er Wesen, künstliche Wesen, die wir nur zu gerne als “Lebe”-wesen sehen wollen. Wir haben hier also den komplett gleichen Weg: Unsere Wahrnehmung macht aus einem Kino ein Auge, aus einer Schaufensterpuppe ein Lebewesen. Zu gerne wollen wir diesen Gestalten ins Gesicht schauen, aber genau da versagt uns Reinhold Adscheid den Zugang. Plötzlich sehen wir eine Vielzahl von Augen, Nasen, Mündern, die Gestalten scheinen sich unserem Zugriff zu entziehen, winden sich, verschleiern sich.

Reinhold Adscheid zeigte uns bisher unbelebte “belebte Welt”, während dieser Ausstellung im unteren Teil der Galerie gezeigt, also seine Basis, seine Herkunft; und nun plötzlich belebte “unbelebte Welt” im oberen Teil der Galerie, im Showroom. Welche der beiden Welten Reinhold Adscheids ist nun die “wahre” Welt? Oder ist beides nur “Theater” der “Echten Welt”?

 

 

07 Jan

Finissage – Von der Schönheit

 

Vernissage:     07.01.2017 um 19:00 Uhr

Dauer:     07.01.2017 bis 20.01.2017

Finissage:     20.01.2017 um 19:00 Uhr

LEONI – Von der Schönheit

Hymne an die Natur

„Als Künstlerin habe ich – als Künstler hat man – auch Verantwortung, man trägt die Verantwortung, der Menschheit das Schöne zu zeigen.“ LEONI will, dass wir Menschen hinschauen. Und zwar so, dass wir Natur, Welt, Kosmos bewusst in voller Schönheit sehen. Dass wir lernen zu lieben, wie schön Natur ist. „Das größte Kunstwerk ist die Natur“.

Ihr Appell lautet „Schaut hin – und verdreckt es nicht!“. Indem wir unsere Achtsamkeit auf die Schönheit  der Natur richten, diese in uns aufnehmen, wächst der Wille in uns, diese Schöpfung zu bewahren, und so auch in unserem alltäglichen Dasein darauf zu achten, wie wir dazu beitragen können, die Natur zu schützen.

Im Gespräch berichtet LEONI, wie sie auf ihren Asienreisen immer mehr der einst wunderschönen Strände vermüllt fand, wie der Plastikmüll Lebensräume in Meeren zerstört. Und wie schmerzhaft es ist, diese Zerstörung erleben zu müssen. Während aber in weiten Teilen der Kunstszene der Blick auf das traurige Abbild der Zerstörung  unserer Welt gerichtet wird, entscheidet sich LEONI gegen den Trend zur Lust am Hässlichen und Abstoßenden. Stattdessen will sie mit ihrer Kunst uns und unserer Nachwelt vermitteln, welch überwältigende schützenswerte Schönheit in der Natur liegt.

Wie macht LEONI dieses Erleben erfahrbar?

Wasser. Als verdichtete Chiffre für Natur, Leben, Schöpfung wählt LEONI Wasser. Wasser in allen Aggregatzuständen: Flüssig, gefroren, gasförmig, als Dampf oder  Nebel…  Ihr Blick richtet sich auf ein klar umgrenztes Segment einer Wasseroberfläche, wie durch ein gedachtes Fenster. Dieses Fenster blendet das Drumherum aus. Alles außer dem Wasser wird lediglich als Spiegelung wahrnehmbar, durch die Bewegung des Wassers entkörperlicht, zum vergänglichen Bild von etwas, das sich letztlich der Natur unterzuordnen hat.

Gleichzeitig wird so das Abbild des Wassers abstrahiert. Aus Wellen entstehen Farbflächen, gebrochen durch die sich einschmiegenden Spiegelungen, formal geprägt durch die Rhythmen der Innenbewegung des Wassers. Und wie von selbst erscheinen im ständig variierenden Strömen der Gestalten Andeutungen fremdartiger Wesenheiten. Rudimentäre Erlebnisse von sich als Fabelwesen vergegenständlichenden Innenwelten? Fragmentarische freie Formungen von Gesichtern, jenseits von Menschenbildnissen.

So wandelt sich sogar die fotografische Abbildung vom realistischen Protokoll des Augenblicks zu einem Weg in die Essenz des Dargestellten. Es entsteht ein Sog in das Bild hinein, der beim Verweilen des Blickes wie magisch eine Trance entstehen lassen kann, in der sich „Ja, so ist es“ als tiefes Erleben, als ganzheitliche Erkenntnis manifestiert. Etwas, das in seiner erhabenen Größe über sich hinausweist.

LEONIS malerische Arbeiten setzen auf ihren fotografischen Kunstwerken auf. Der Blick fällt schräg von oben auf eine bewegt changierende Wasseroberfläche, die die Künstlerin im wechselnden Licht- und Schattenspiel kontemplativ in sich aufnimmt. In diesem Zustand fängt sie die „magischen Momente“ ein – ohne stilisierende oder formende Nachbearbeitung, als eigenständige Kunstwerke.

Oft sind es dann Ausschnitte aus mehreren solcher fotografischen Arbeiten, die sie malerisch verbindet und zu eigenständigen, neuen Universen formt, in der Freiheit zu einer weiteren Abstraktion, in der LEONI Wahrnehmungsgrenzen überwindet. Als Weg zum eigenen, inneren Universum.

 

©2016 Text und Foto: Klaus Damm

 

03 Jan

Finissage – Von der Schönheit

 

Vernissage:     07.01.2017 um 19:00 Uhr

Dauer:     07.01.2017 bis 20.01.2017

Finissage:     20.01.2017 um 19:00 Uhr

LEONI – Von der Schönheit

Hymne an die Natur

„Als Künstlerin habe ich – als Künstler hat man – auch Verantwortung, man trägt die Verantwortung, der Menschheit das Schöne zu zeigen.“ LEONI will, dass wir Menschen hinschauen. Und zwar so, dass wir Natur, Welt, Kosmos bewusst in voller Schönheit sehen. Dass wir lernen zu lieben, wie schön Natur ist. „Das größte Kunstwerk ist die Natur“.

Ihr Appell lautet „Schaut hin – und verdreckt es nicht!“. Indem wir unsere Achtsamkeit auf die Schönheit  der Natur richten, diese in uns aufnehmen, wächst der Wille in uns, diese Schöpfung zu bewahren, und so auch in unserem alltäglichen Dasein darauf zu achten, wie wir dazu beitragen können, die Natur zu schützen.

Im Gespräch berichtet LEONI, wie sie auf ihren Asienreisen immer mehr der einst wunderschönen Strände vermüllt fand, wie der Plastikmüll Lebensräume in Meeren zerstört. Und wie schmerzhaft es ist, diese Zerstörung erleben zu müssen. Während aber in weiten Teilen der Kunstszene der Blick auf das traurige Abbild der Zerstörung  unserer Welt gerichtet wird, entscheidet sich LEONI gegen den Trend zur Lust am Hässlichen und Abstoßenden. Stattdessen will sie mit ihrer Kunst uns und unserer Nachwelt vermitteln, welch überwältigende schützenswerte Schönheit in der Natur liegt.

Wie macht LEONI dieses Erleben erfahrbar?

Wasser. Als verdichtete Chiffre für Natur, Leben, Schöpfung wählt LEONI Wasser. Wasser in allen Aggregatzuständen: Flüssig, gefroren, gasförmig, als Dampf oder  Nebel…  Ihr Blick richtet sich auf ein klar umgrenztes Segment einer Wasseroberfläche, wie durch ein gedachtes Fenster. Dieses Fenster blendet das Drumherum aus. Alles außer dem Wasser wird lediglich als Spiegelung wahrnehmbar, durch die Bewegung des Wassers entkörperlicht, zum vergänglichen Bild von etwas, das sich letztlich der Natur unterzuordnen hat.

Gleichzeitig wird so das Abbild des Wassers abstrahiert. Aus Wellen entstehen Farbflächen, gebrochen durch die sich einschmiegenden Spiegelungen, formal geprägt durch die Rhythmen der Innenbewegung des Wassers. Und wie von selbst erscheinen im ständig variierenden Strömen der Gestalten Andeutungen fremdartiger Wesenheiten. Rudimentäre Erlebnisse von sich als Fabelwesen vergegenständlichenden Innenwelten? Fragmentarische freie Formungen von Gesichtern, jenseits von Menschenbildnissen.

So wandelt sich sogar die fotografische Abbildung vom realistischen Protokoll des Augenblicks zu einem Weg in die Essenz des Dargestellten. Es entsteht ein Sog in das Bild hinein, der beim Verweilen des Blickes wie magisch eine Trance entstehen lassen kann, in der sich „Ja, so ist es“ als tiefes Erleben, als ganzheitliche Erkenntnis manifestiert. Etwas, das in seiner erhabenen Größe über sich hinausweist.

LEONIS malerische Arbeiten setzen auf ihren fotografischen Kunstwerken auf. Der Blick fällt schräg von oben auf eine bewegt changierende Wasseroberfläche, die die Künstlerin im wechselnden Licht- und Schattenspiel kontemplativ in sich aufnimmt. In diesem Zustand fängt sie die „magischen Momente“ ein – ohne stilisierende oder formende Nachbearbeitung, als eigenständige Kunstwerke.

Oft sind es dann Ausschnitte aus mehreren solcher fotografischen Arbeiten, die sie malerisch verbindet und zu eigenständigen, neuen Universen formt, in der Freiheit zu einer weiteren Abstraktion, in der LEONI Wahrnehmungsgrenzen überwindet. Als Weg zum eigenen, inneren Universum.

 

©2016 Text und Foto: Klaus Damm

 

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