30 Okt

Jens Hunger // Fair Share // 31.10. – 20.11.2015

fair share

 

Künstler:     Jens Hunger

Vernissage:     31.10.2015 um 19:00 Uhr

Dauer:     31.10.2015 – 20.11.2015

Jens Hunger ist ein Zeichner, der die Farben liebt. Seine Bilderbühnen – die schrillen wie die auf den ersten Blick beruhigteren – werden von sonderbaren Figuren und Objekten bevölkert, die aus unterschiedlichsten Zusammenhängen herausgeworfen zu sein scheinen, um nun auf der Leinwand oder dem Papier neue, erstaunliche Form- und Sinneinheiten zu bilden. Knochen, Schädel, Bäume und Blumen werden somit auf eine spannungsvolle Weise mit großäugigen Kindern, Hunden, Puppen, Affen oder scheinbar Erwachsenen in einen bildräumlichen Bezug gebracht und – besonders in den neueren Arbeiten – dazu stets auch mit geometrischen Formen und Strukturen kombiniert.
Im Ergebnis entstehen ausdrucksstarke Versuchsanordnungen, die zum Deuten und Weiterdenken einladen, denn alle diese Bild- und Handlungsräume zeichnen sich durch eine latente Spannung aus. Sie verweisen in vielfacher ironischer Brechung auf fragmentierte Ordnungen, auf Gewalt und Tod, selbst da, wo es sich um vordergründig kindliche Sujets handelt.
Jens Hunger schreitet dabei ein weites Feld von bildkünstlerischen Möglichkeiten und Anregungen aus, um sie – mit scheinbar leichter Hand – seinen Intentionen, seiner bildnerischen Handschrift dienstbar zu machen. Im Ergebnis führt dies zu immer surrealeren Kompositionen, denen die Distanz zur Tradition der realistischen Raum- und Landschaftskonzepte in Verbindung mit einer verstärkten Hinwendung zu Pop-Art-Elementen gut bekommt. Man darf also darauf gespannt sein, in welche Räume es seine Affen, Kinder und Puppen künftig führen wird.”

Text: Dr. Annette Dorgerloh

Grafik: Timo Schlegel

09 Okt

Christian Hein // meersehenmehrsehen // 10.10. – 30.10.2015

meersehenmenschen

Künstler:     Christian Hein

Vernissage:     10.10.2015 um 19:00 Uhr

Dauer:     10.10. – 30.10.2015

Unkonforme Realistik

Christian Hein malt realistisch. Der 1967 in Kösching geborene Künstler lebt und arbeitet seit 1989 in Köln. Eine Auswahl seiner vielen Werke ist im Oktober unter dem Titel „meersehenmehrsehen“ in der Kölner Galerie Display zu sehen.
Als Malfläche benutzt er statt Leinwand andere textile Untergründe unserer Alltagskultur wie Laken, Fahnen, Surfsegel, Filtergewebe, Kleidung oder Handtücher, vorzugsweise gebraucht und abgewetzt. Sind schon die Bildträger seiner Ölmalerei alltäglich und aus dem Alltag gegriffen, aber in der Kunst nicht üblich und alltäglich, sind es seine Bildmotive auch, die sich Fotografien verdanken, die Hein selbst im Umfeld oder Urlaub aufgenommen hat oder die aus externen Bildvorlagen übernommen sind, die aber nicht, wie üblich, als volle Vorlage für fotorealistische Malerei dienen.
Stets geht es um Menschen im Alltag, um ihr Verhalten, ihr Handeln, Warten oder Zusammenwirken, das durch die Motivauswahl als ungewöhnlicher erscheint, als man es im Alltag meist wahrnimmt. Die Distanz zum Alltagsleben einer anderen Lebenskultur (im Urlaub) prägt zunächst viel leichter den fotografischen Blick für ungewöhnliches Verhalten oder ungewöhnliche Situationen, die auch etwas typisches in sich bergen. Zu nennen wäre hier die in Frankreich gefundene Familie mit afrikanischem Migrationshintergrund an einer Bushaltestelle. Daraus verstärkt sich ein wohl schon vorher beim Künstler vorhandener Blick für das ungewöhnliche, besser für flüchtige, aber prägnante und witzige Konstellationen, die aber nicht als skurril oder absurd betont werden, sondern doppeldeutig, von seltsam ungewollter Magie (Der Heiler), manieristischem Reiz (Sprünge, wie sie seit Goltzius´ Graphiken Taumelnde und Höllenstürzler vollführen, heute Turmspringer) oder schmunzelsamem Wohlwollen für freiheitliche Lebensfreude erscheinen. Diese Bezogenheit auf das unpathetische Dasein und bedrohte Lebensglück hat aber durchaus auch wache Bezugnahmen auf politische Situationen und ästhetische Debatten. Hein zieht sich nicht ins neckisch Private zurück, sondern kommentiert gegen die Werbekampagnenmotivik sowie den touristischen, journalistischen und propagandistischen Massenbildblick eine übersehene alltagsprägende Realität. Er hält dem geduldig Stand und schafft Gegenrealitäten allein schon durch die ausschnitthafte Collagierung. In dieser Ausstellung ist es Wasser und Meer und durch die Mittelmeerflüchtlinge auch die Migration.
Die Kombination mit dem Untergrund, auf den nur inselhaft Ölmalereipartien aufgetragen werden, gibt den Bildthemen eine zusätzliche Aufmerksamkeit. Nicht so sehr Mimik, wie Gestik und Silhouette prägt die Vermutung einer Gefühlslage. Die Bildfelder werden dabei in die Farbigkeit und Struktur der durchaus auch geflickten Textilien eingebracht. Sie nehmen Bezug auf Liniaturen, Dekor oder Farbe, lassen zeichenhaft Wasser, Pool, Strand oder Himmel suggerieren, aber sie bleiben als fremd erkennbar, behalten ihr quertreibendes Eigenleben, bieten keine passende Raumillusion, sondern nur Raumassoziation, latente Stimmigkeit mit heitererem Irritationsbeigeschmack. Durchlaufende Muster werden (notgedrungen) als Boden und Himmel zugleich gedeutet und in ihrem Anschauungscharakter als deutungsbedingtes Element erkennbar. Die Springer etwa vor Doppellinien, die Wasser, Hochspannungsdrähte oder Notenheftlinien sein könnten, die die Verdrehten zu schriftartigen Zeichen machen. Das macht den einen Teil der eigenwilligen Präsenz aus, den anderen liefern die Personen.
Auf gestapelte und mit verschiedenen Stoffen bespannte Keilrahmen hat der Künstler zwei Darstellungen gemalt, die aus den Streifen jeweils Himmel oder Wasser werden lassen. Ein überfülltes Flüchtlingsboot, das am Strand über Schlauchboote entleert werden soll und eine aus Kisten gestapelte Rettungssschwimmer-Überwachungsstation mit abgezäuntem Revier verweist auf Realität, die es als Tagesaktualität sonst meist nicht in den Kunstkontext schafft. Hein nennt die Arbeit „Randerscheinungen“. Sie finden seewärts und landwärts des Meeressaumes und Strandrandes statt. Gerne werden diese Geschehnisse als Randerscheinungen eingestuft und zugleich sind sie auf dem Rand der Keilrahmen dargestellt.

In dieser auch für andere Bildtitel genutzten sprachlichen Doppeldeutigkeit zeigt sich ein humorvoller und anspielungsreicher Umgang mit Bildthemen und Titeln, mit geschürten Erwartungen und dem Blick fürs Detail, auf das man mit Christian Hein einen neuen und durchaus ambivalenten Blick wirft. Die Welt ist voller seltsamer Bilder. Christian Hein bannt sie uns auf Stoff, der aus seiner Gewöhnlichkeit ebenso wieder herauswächst, wie die gewählten Bildstoffe, um im Duktus der Doppeldeutigkeit zu bleiben. In Sinne der immer mitschwingenden Widersprüchlichkeit sind Figur und Grund bzw. Malerei und Untergrund beide „anziehende Stoffe“. In diesem Sinne sieht man auch mehr als Meer.

Text: Dr. Dirk Tölke

10 Apr

crossart iternational // arteFakte // 11.04. – 22.04.2015

ArteFakte

 

Künstler:     crossart international

Vernissage:     11.04.2015 um 19:00 Uhr

Dauer:     11.04. – 22.04.2015

Die Vielfalt der Artefakte in der Kunst zeigt das Künstlernetzwerk crossart international in dieser Ausstellung ohne dabei beliebig zu werden. Stets steht hinter dem vom Künstler geschaffenen Artefakt seine Persönlichkeit, seine Ausdrucksform, sein Duktus. Der Betrachter kann Beziehungen zwischen den Artefakten der Crossart- Künstler unterschiedlicher Herkunft herstellen und dabei die Werke in seiner Fantasie miteinander verweben, so dass die Ausstellung zu einem Gesamtkunstwerk, seinem eigenen spirituellen Artefakt wird.

Aus 28 Bewerbungen wurden 10 Künstler ausgewählt, sich an dieser Gruppenausstellung zu beteiligen.

  • Kathrin Broden
  • LEONI A. Jäkel
  • Marion Birkholz
  • Donata Reinhard
  • Klaus Schaefer
  • Monika Buchen
  • Christian Ristau
  • Gudrun Kleffe
  • Birgitt Negro
  • Thomas Bühler

 

13 Mrz

Tobias Günther // frozen moments // 14.03. – 08.04.2015 //

frozen moments

 

Künstler:     Tobias Günther

Vernissage:     14.03.2015 um 19:00 Uhr

Dauer:     14.03. – 08.04.2015

Die Galerie Display freut sich, Ihnen die Ausstellung frozen moments zu präsentieren. Eine Werkschau des 1983 in Köln geborenen Künstlers Tobias Günther.

Gezeigt werden Lichtskulpturen, reliefartige Bilder und Leuchtobjekte, deren Ausgangsmaterial Gießharz ist.

Als Absolvent der Hochschule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart erforschte Tobias Günther alle Eigenschaften dieses Werkstoffes eingehend und experimentierte in der Folge so lange, bis er die vielfältigen künstlerischen Möglichkeiten des Gießharzes zur Reife bringen konnte. Völlig zweckfrei interessiert ihn dabei die ästhetische Facette eines organischen Stoffes, der die Welt ökonomisch, ökologisch und politisch zutiefst bewegt. Das Erdöl und seine synthetisch hergestellten Makromoleküle, die Polymere oder einfach nur „Kunststoff“. Eines davon, der Gruppe der Duromere zugehörig, ist das Gießharz. Ein starres, festes, nur einmal während der sogenannten Urformung formbares Material. Technisch perfekt umgießt der Künstler anorganische, pigmentierte Metallstücke oder andere Farbträger mit glasklarem Gießharz und erzeugt so ganz neue Spannungsfelder der Wahrnehmung. Diese meist sehr kleinen Objekte werden aufgebrochen, hoch aufpoliert und anschließend von Tobias Günther im Freien fotografiert und stark vergrößert. So werden natürliches Licht und Transparenz des Materials miteinander verwoben.

Ob als aufpolierte Lichtskulptur im Original oder auf Alu-Dibond gezogene Makrofotografien hinter Kunstharz veredelt, der Künstler spielt gleichzeitig mit den Lichtspektren des eingegossenen Objektes und der Wahrnehmung des Betrachters. Dessen Blick geht immer näher, wird magisch hineingezogen in das ständig variierende Farbspiel. Die Sinne des Betrachters werden eingefangen, verfangen sich forschend in den Vergrößerungen neu entstandener Strukturen und lassen ihn den ursprünglichen Horizont der Wahrnehmung vergessen.
Die Transparenz des Gießharzes verstärkt diese Möglichkeit des – immer tiefer Eintauchens – in die Struktur des eingegossenen Objektes und ermöglicht so, neue Horizonte des Sehens zu generieren.

Damit diese Seherfahrung ihre Ursprünglichkeit nicht verliert, betitelt Tobias Günther seine Werke verschlüsselt nach einem speziellen Farbcode, der völlig begriffsneutral eine mögliche Erwartung unbeantwortet lässt. Dadurch wird die Chance der Entwicklung eigener unbewusster Assoziationen verstärkt.

Text: Martina Schleppinghoff

gusswerk_B_3010_

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21 Nov

Kálmán Várady // Romamor // 22.11. – 05.12.14

ROMAMOR

 

Künstler:     Kálmán Várady

Vernissage:     22.11.2014 um 19:00 Uhr

Dauer:     22.11.- 05.12.2014

 

Kálmán Várady studierte von 1979 bis 1985 Malerei an der Fachhochschule Köln und wurde 1986 Meisterschüler von Werner Schriefers.

Bis in die 1990er Jahre unternahm er zahlreiche, ausgedehnte Reisen durch Afrika, Nord- und Südamerika. Diese wirken bis heute maßgeblich auf die Inhalte seiner Arbeiten ein. Kálman Várady ist Vater von sechs Töchtern. Er lebt und arbeitet in Köln.

Er thematisiert in seinen Werken Herkunft und Identifikation, als auch düstere Zukunftsvisionen. Eine temporäre Heimat hat er vor einiger Zeit in der Galerie für zeitgenössische Kunst der Sinti und Roma, „Kai Dikhas“, in Berlin, gefunden.

Im Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung nutzt Kálmán Várady seit langem die Mittel der Kunst, um auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Hierbei konzentriert er sich vor allem auf den Umgang mit Minderheiten. Bereits seit 1995 setzt er sich in seinem künstlerischen Schaffen intensiv mit der Sinti-Roma-Problematik auseinander. 2005 kuratierte er hierzu in Zusammenarbeit mit weiteren Kölner Künstlern und der Rom e.V. die Ausstellung „Die vergessenen Europäer: Kunst der Roma – Roma in der Kunst“ im Kölner Stadtmuseum. Vertreten waren u.a. internationale Künstler des Roma-Pavillons in Venedig. Es folgten weitere Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland.

Zu den Werken: Das Blattsilber in seinen Arbeiten erinnert an die silber gedeckten Villendächer wohlhabender Romas,wie er sie auf Reisen durch Rumänien gesehen hat – zugleich spiegelt es jedoch auch die Kühle und Härte, die dieser Bevölkerungsschicht entgegen gebracht wird. In seinen Fotografien versucht er die herzliche und ausgelassene Mentalität dieser Menschen einzufangen.

Die hier in unserer Galerie gezeigte Ausstellung trägt den Titel „ROMAMOR“.(Roma Amor)„Rom“ wird in der Romasprache auch mit „Mensch“ übersetzt, womit der Künstler ein Wortspiel im Titel der Ausstellung impliziert. Wir freuen uns sehr, Kálman Várady ab dem 22. November in unserer Galerie als Gast und ausstellenden Künstler bei uns zu haben.

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